Wachstum & extreme Wohnungsnot
Die Stadt Thun zählte per 31. Dezember 2025 44'663 Einwohnerinnen und Einwohner, davon 17,2 Prozent ausländische Staatsangehörige. Der kantonale Richtplan geht von einem Wachstum von rund 12 Prozent innerhalb von 15 Jahren aus – das entspricht etwa 5'000 zusätzlichen Personen oder umgerechnet knapp einem neuen Einwohner pro Tag. Als Fokusgebiete für dieses Wachstum gelten insbesondere der Bahnhof Thun und Thun Nord.
Beim Mietpreisniveau liegt Thun spürbar unter Bern, etwa auf Höhe der Gemeinde Köniz: Die Median-Monatsmiete in der Stadt Thun beträgt CHF 2'374, was im Durchschnitt CHF 23.75 pro Quadratmeter und Monat entspricht. Nach Postleitzahl unterschieden zahlen Mietende in PLZ 3600 Thun im Schnitt CHF 2'633 pro Monat, in PLZ 3604 Thun CHF 2'287 pro Monat.
Die entscheidende Zahl: Die Leerwohnungsziffer der Stadt Thun betrug 2024 nur 0,18 Prozent. Zum Vergleich: Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 1,08 Prozent, ein ausgeglichener Markt wird üblicherweise erst ab etwa 1,3 Prozent angenommen. Thun steckt damit in einer der ausgeprägtesten Wohnungsnöte der Schweiz.
Bostudenzelg – 600 neue Wohnungen
Die Antwort der Stadt auf diese Knappheit heisst unter anderem Bostudenzelg, ein Grossprojekt im Neufeld-Quartier: Auf rund 45'000 Quadratmetern sollen etwa 600 neue Wohnungen entstehen. Das Land gehört je zur Hälfte der Stadt Thun sowie der Bernischen Pensionskasse BPK und der Frutiger AG; rund die Hälfte der geplanten Wohnungen soll gemeinnützig beziehungsweise preisgünstig vermietet werden.
Die Volksabstimmung zur Überbauungsordnung wurde am 30. November 2025 mit 62,8 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen. Weil gegen das Vorhaben jedoch ein Referendum eingereicht wurde, verzögert sich der Baustart der ersten privaten Bauetappe voraussichtlich auf frühestens Ende 2026.
Stadt will 50 Millionen für Immobilienkäufe investieren
Angesichts der angespannten Lage plant der Stadtrat Thun zudem einen Rahmenkredit von CHF 50 Millionen für strategische Immobilienkäufe. Ziel ist es, wichtige bebaute und unbebaute Grundstücke frühzeitig zu sichern – eine direkte Reaktion auf die anhaltende Wohnungsnot und den Wunsch, künftige Entwicklung stärker selbst steuern zu können.
Thun bringt daneben einige strukturelle Besonderheiten mit: Der Waffenplatz Thun ist mit 6,5 Quadratkilometern der grösste und mit Gründung 1819 der älteste Militärwaffenplatz der Schweiz und steht für rund 3'000 direkte und indirekte Arbeitsplätze. Der gesamte Wirtschaftsraum Thun, bestehend aus 12 Gemeinden, zählt 109'012 Einwohner und 54'880 Beschäftigte. Auch der Tourismus am Thunersee spielt eine Rolle für die lokale Wirtschaft, mit 499'244 Logiernächten in der Region.
Was das für Eigentümer:innen bedeutet
Eine Leerwohnungsziffer von 0,18 Prozent bedeutet in der Praxis: Wer in Thun eine Mietwohnung anbietet, findet in aller Regel innert kürzester Zeit Nachfrage. Gleichzeitig wächst mit Projekten wie Bostudenzelg und dem geplanten 50-Millionen-Rahmenkredit der Stadt der Handlungsdruck – neue Grossüberbauungen verändern Quartiere und schaffen zusätzlichen Bewirtschaftungsbedarf, während die Verzögerung durch das Referendum zeigt, wie politisch umkämpft einzelne Bauprojekte bleiben. Eine schweizweite Eigentumsquote von rund 36 Prozent deutet zudem darauf hin, dass in Städten wie Thun das Mietsegment traditionell eine wichtige Rolle spielt; wie sich Miet- und Stockwerkeigentumsanteil in Thun selbst genau verteilen, ist statistisch nicht gesondert ausgewiesen. Für Eigentümerinnen und Eigentümer lohnt es sich in diesem Umfeld besonders, Vermietung und Verwaltung professionell und effizient zu organisieren – zum Beispiel mit einer Liegenschaftsverwaltung in Thun zum Fixpreis.
Alle Zahlen und Rechtsangaben in diesem Beitrag sind offengelegt und verlinkt → Quellen.
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